März war der regenreichste Monat seit 1987

An die jährlich wiederkehrende Regenzeit sind die Quiteños gewohnt, aber der diesjährige Winter hat die Stadt und ihre Bewohner auf eine harte Probe gestellt. Gemäß der Aufzeichnungen des INAMHI (Instituto Nacional de Meterología e Hidrología) zählt der März 2017 als regenreichster Monat seit 1987. Das Institut bestätigte, derzeit ein atypisches Klima in Ecuador zu haben, welches auch auf den Klimawandel zurückzuführen sei. Es regnete im März fast täglich, in einer Intensität die man nicht mit den vergangenen Jahren vergleichen kann. Während man sonst auch während der Regenzeit meist täglich etwas Sonne zu sehen bekommt, hat es dieses Jahr teilweise tagelang ohne Unterbrechung geregnet. Aber auch wenn der April mit einigen sonnigen Tage eingeläutet wurde, so ist ein Ende der seit Oktober andauernden Regenzeit in Quito erst für Mitte Mai zu erwarten. Und während es in Deutschland ganz alltäglich ist, habe ich im März 2017 tatsächlich zum ersten Mal eine Wettervorhersage für die nächsten Tage im ecuadorianischen Fernsehen gesehen!

Verkehrschaos und der Kampf gegen die Schlaglöcher

Wenn es regnet, sollte man sich in Quito grundsätzlich auf erhöhtes Verkehrsaufkommen einstellen. Wenn die Verkehrsadern der Hauptstadt aber eher an Bäche oder kleine Flüsse erinnern, denn an Straßen, dann ist das Verkehrschaos vorprogrammiert. So musste auch der sonst zuverlässige Trolebus mehr als einmal wegen überfluteter Straßenunterführungen eine Zwangspause einlegen. Neben Überschwemmungen brachten die starken Regenfälle aber auch eine Vielzahl von Erdrutschen, umgestürzten Bäumen und sogar eingestürzten Gebäuden mit sich. Und die Anzahl und Größe der Schlaglöcher in den Straßen nahm ein Ausmaß an, welches die tägliche Autofahrt eher zu einem Hindernislauf machte. Gefühlt waren für jedes Schlagloch das die Stadt eilig geschlossen hat, am nächsten Tag zwei neue an anderer Stelle. Aber jede Hoffnung auf Besserung wird von einer kühlen Rechnung zu Nichte gemacht: Die Kosten für einen Quadratmeter neuer Straße belaufen sich auf das dreifache dessen, was es kostet ein Schlagloch notdürftig zu flicken. Um alle Straßen in Quito neu zu asphaltieren bräuchte man in etwa 7 Milliarden USD, dies entspricht allerdings dem Gesamthaushalt der Stadt Quito für ganze 10 Jahre. Daher wird sich der Kampf gegen die löchrigen Straßen wohl auch im nächsten Jahr wiederholen.

Nachfrage nach Heizungen explodiert

In den meisten Häusern in Ecuador zählt eine Heizung nicht zur Grundausstattung, in den Anden macht das in der Regel ganzjährig ähnliche Klima dies nicht zwingend nötig. Man behilft sich im Zweifelsfall mit warmer Kleidung, einer dicken Decke oder heizt die Wohnung durch Kochen auf. Im Baumarkt bekommt man zwar kleine, elektrische Heizkörper zu kaufen, aber die Nachfrage hält sich bei Preisen von 100-220 USD wohl in Grenzen. Anders in diesem Jahr! Eine Kette von Einrichtungshäusern gab bekannt, alleine im März 430 Heizungen verkauft zu haben, gegenüber 68 Heizungen in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Auch die Nachfrage nach den mit ca. 30-70 USD deutlich günstigeren Tischventilatoren mit eingebauten Heizstäben habe sich teils verdoppelt, gemäß einiger Elektrofachgeschäfte in Quito. So freuen sich zumindest ein paar wenige Quiteños über diesen außergewöhnlich kalten Winter.

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