Weltsiedlungsgipfel der Vereinten Nationen

Die dritte UN-Konferenz zu Wohnen und nachhaltiger Stadtentwicklung – Habitat III – findet vom 17. – 20. Oktober in Quito statt. Beim Weltsiedlungsgipfel der Vereinten Nationen dreht sich alles darum, wie Städte für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung zu planen und zu führen sind. Ziel ist es dabei eine neue Städteagenda („New Urban Agenda“) zu verabschieden, welche weltweit geltende Ziele verankert und als Orientierung zur nachhaltigen Stadtentwicklung für die kommenden 20 Jahre dienen wird.

Wenn jemand noch nie von Habitat gehört hat, dann könnte es daran liegen, dass die „United Nations Conference on Housing and Sustainable Urban Development“ nur alle 20 Jahre stattfindet. Der erste Weltsiedlungsgipfel wurde 1976 in Vancouver, Kanada abgehalten. Die zweite Habitat Konferenz fand 1996 in Istanbul, Türkei statt. An die dort verabschiedete Agenda soll die „New Urban Agenda“ in Ecuador anknüpfen.

Konferenz, Ausstellung und öffentlicher Versuchsraum

Im Rahmen der Konferenz werden acht Vollversammlungen (inklusive Eröffnungs- und Abschlusszeremonie) und sechs Sitzungen auf höchster Ebene abgehalten. Des weiteren wird eine Reihe von verschiedenen Veranstaltungen im und um das Casa de la Cultura Ecuatoriana (Av. 6 de Diciembre) stattfinden.

Hinzu kommt die Habitat III Ausstellung (Exhibition), wo Besucher für das Thema urbane Entwicklung begeistert und inspiriert werden sollen. Dort werden neue Konzepte und Initiativen für die Umsetzung der „New Urban Agenda“ vorgestellt. Die Ausstellung ist vom 15. bis 20. Oktober täglich von 9 – 18 Uhr geöffnet und bietet Platz für informelle Diskussionen und Nebenveranstaltungen. Ein vollständiger Plan der Ausstellung und Aussteller ist verfügbar unter habitat3.org/the-new-urban-agenda/exhibition

Das sogenannte Habitat III Village ist ein einmaliger, innovativer Versuchsraum welcher verschiedene Straßen, öffentliche Plätze und ganze Viertel in Quito umfasst. Dazu wurden im Vorfeld aus über 150 Vorschlägen insgesamt 43 Projekte ausgewählt, welche in Quito umgesetzt werden. Dies soll den Teilnehmern ermöglichen die Ideen bereits verwirklicht zu sehen und diese als Erfahrung mit nach Hause zunehmen. So kann Quito bereits während des Gipfel von der Zukunft profitieren.

Weitere Infos zur UN-Konferenz Habitat III gibt es unter habitat3.org

Über 36.000 Teilnehmer aus 193 Nationen erwartet

Die Vereinten Nationen gaben bekannt, dass zum Gipfel über 36.000 Teilnehmer aus 193 Nationen erwartet werden, darunter Staatsoberhäupter, Minister und Bürgermeister aus aller Welt. Ebenso werden Vertreter von Kommunen, Firmen und Hochschule, aber auch Bauexperten und Wissenschaftler unter den Gästen sein.

Quito will sich mit der Ausrichtung von Habitat 3 der Welt nicht nur als Touristenziel präsentieren, sondern auch als Veranstaltungsort für Großereignisse empfehlen. Dabei steht man gleich vor mehreren Herausforderungen. Einerseits die Unterbringung von tausenden Gästen, denn die mehr als 700 Unterkünfte in der Metropolregion Quito (darunter 44 Fünf- und Vier-Sterne-Häuser, 42 Drei-Sterne-Hotels) sind bereits seit Wochen ausgebucht. Wer jetzt noch eine Bleibe sucht, der muss wohl schon weit über den Stadtrand hinaus Ausschau halten. Andererseits der Transport der Gipfelteilnehmer. Wenngleich die Straßen vom Flughafen Quito in die Stadt gut ausgebaut sind, ist ein hohes Verkehrsaufkommen und viel Stau innerhalb der Stadt zu erwarten. Zwar werden die angrenzenden Straßen rund um das Gelände der UN-Konferenz am Casa de la Cultura Ecuatoriana, wie z.B. die Avenida 6 de Diciembre, für den Verkehr gesperrt und nur zu Fuß begehbar sein, dennoch bleibt abzuwarten, wie die bereits überfüllten Straßen im restlichen Quito reagieren.

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