Schweres Erdbeben der Stärke 7,8 mit hunderten Nachbeben

Am 16. April 2016 um 18.58 Uhr Ortszeit wurde Ecuador von einem Erdbeben der Stärke 7,8 erschüttert, wie das ecuadorianische geophysikalische Institut und die US-Erdbebenwarte übereinstimmend berichten. Das Epizentrum befand sich an der nördlichen Küste zwischen Pedernales und Cojimíes, in der Provinz Manabí. Es handelt sich dabei um das schwerste Erdbeben seit 1979, welches sogar in den Nachbarländern Peru und Kolumbien noch zu spüren war. Eine Tsunami-Warnung für die gesamte südamerikanische Pazifikküste wurden nach kurzer Zeit wieder aufgehoben. Innerhalb von 4 Stunden wurden mindestens 55 Nachbeben mit Stärken zwischen 2,6 und 5,6 registriert.

[Update, 17.04.2016, 20:00 Uhr] Innerhalb von ca. 24 Stunden wurden 230 Nachbeben mit Stärken bis zu 6,1  registriert. Das stärkste Nachbeben um 2.13 Uhr war auch in Guayquil noch deutlich zu spüren laut Bericht des  geophysikalischen Institut. Aktuelle Information zu weitere Nachbeben unter www.igepn.edu.ec/ultimos-sismos

[Update, 20.04.2016, 08:55 Uhr] Es wurden bereits über 541 Nachbeben registriert durch das geophysikalische Institut. Darunter waren am frühen morgen des 20.04.2016 ein Nachbeben der Stärke 6,1 um 3:33 Uhr, gefolgt von einem Beben der Stärke 6,3 um 3:35 Uhr wenige Kilometer nördlich von Muisne. Die Erschütterungen waren in den Provinzen Esmeraldas, Manabí, Santo Domingo und Imbaburra zu spüren, sowie in einzelnen Gebäuden in Guayaquil und Quito.

[Update, 21.04.2016, 23:30 Uhr] Nachdem es bereits hunderte Nachbeben gab, informierte das geophysikalische Institut, dass am Donnerstag, den 21.04 um 22:03 Uhr ein Beben der Stärke 6,1 vor der Küste Ecuador (bei Jama) registriert wurde, gefolgt von mehreren kleineren Nachbeben mit Stärken zwischen 4 und 5. Um 22:20 Uhr folgte ein zweites starkes Beben mit einer Stärke von 6,0 in der gleichen Zone. Die Erschütterungen waren in den Provinzen Manabí, Esmeraldas, Los Ríos und in den Städten Santo Domingo, Guayaquil und Quito zu spüren. Solche Nachbeben können noch Tage, Wochen oder gar Monate anhalten.

Ganz Ecuador betroffen: Hunderte Tote und tausende Verletzte

Das Erdbeben war in ganz Ecuador zu spüren und hat in vielen Regionen des Landes starke Schäden, Verletzte und Tote hinterlassen. Trotz einer Entfernung von 175 km zum Epizentrum schwankten auch in Quito für etwa 40 Sekunden die Häuser, in Teilen der Hauptstadt fiel zudem der Strom aus. Weitaus schlimmer traf es jedoch die Küste. In Portoviejo, der Haupstadt der Provinz Manabí, wurden bereits nach kurzer Zeit die ersten Toten bestätigt, in Manta gab es Tote und der Flughafen wurde aufgrund eines eingestürzten Kontrollturms geschlossen. In der Küstenmetropole Guayaquil wurden Autos unter einer eingestürzten Brücke begraben.

[Update, 17.04.2016, 10:30 Uhr] Präsident Rafael Correa bestätigte via Twitter bereits 233 Tote. Pedernales unweit des Epizentrum liegt in Trümern. Etliche Straßen des Landes sind zerstört und gesperrt.

[Update, 17.04.2016, 22:30 Uhr] Präsident Rafael Correa, der um 18:30 Uhr in Mant gelandet ist, gibt in einer landesweiten Fernsehansprache bekannt, dass die offizielle Zahl der Toten auf 272 gestiegen ist. Es ist jedoch mit weiteren Opfern zu rechnen. Hinzu kommen über 2.000 Verletzte.

[Update, 21.04.2016, 23:30 Uhr] Gemäß der Staatsanwaltschaft wurden bereits 587 Tote registriert, die meisten davon in Manta, Pedernales und Portoviejo (183, 172 und 119). Darunter sind mindestens 13 Ausländer, auch eine deutsche Austauschschülerin aus der Nähe von Augsburg. Sie war zum Zeitpunkt des Erdbebens mit ihrer Gastfamilie in einem Einkaufszentrum, welches durch die Erschütterung eingestürtzt war.

Ausnahmezustand in mindestens 6 Provinzen

Vizepräsident Jorge Glas rief den Ausnahmezustand für die 6 Provinzen Esmeraldas, Los Ríos, Manabí, Santa Elena, Guayas und Santo Domingo aus. Präsident Rafael Correa, der sich zum Zeitpunkt des Erdbeben zu Besuch im Vatikan befand, teilte mit schnellstmöglich nach Ecuador zurückzukehren. Die Bevölkerung des ganzen Landes wurde dazu aufgerufen, sich aufgrund der zu erwarteden Nachbeben mit dem richtigen Verhalten bei Erdbeben vertraut machen.

Information für Angehörige

Der VoIP-Anbieter Skype gab bekannt, in den nächsten Tagen alle Anrufe nach Ecuador kostenfrei anzubieten, sowohl ins Mobilfunk- als auch ins Festnetz des Landes. So ist es für Angehörige aus dem In- und Ausland möglich Familie und Freunde unkompliziert und ohne Gebühren anzurufen.

Google stellt eine Vermisstensuche zur Verfügung mit seinem Person Finder. Es handelt sich um eine Datenbank, in die man entsprechende Daten eingeben und nach vermissten Personen suchen kann. Auf der Webseite kann man auch die gewünschte Sprache einstellen (rechts oben).

Das ecuadorianische Innenministerium verweißt zudem auf den People Locator des US-Gesundheitsinstituts, ebenfalls eine Datenbank zur Vermisstensuche.

 

 

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