Die Idee des „Dinero Electrónico“

Seite Ende 2014 gibt es elektonisches Geld in Ecuador, das sogenannte „Dinero Electrónico“. Damit sollen Millionen von Menschen in den Wirtschaftskreislauf aufgenommen werden, welche bisher beispielweise kein Bankkonto haben. Die Zentralbank von Ecuador (BCE – Banco Central del Ecuador) hat dazu ein elektonisches Zahlungsmittel entwickelt, welches es erlaubt finanzielle Dienstleistungen schnell, sicher und vor allem günstig anzubieten. Die Gebühren betragen nur wenige Cent und sind damit deutlich günstiger als beispielsweise bei traditionellen Überweisungen, womit nur die Kosten der Zentralbank gedeckt werden sollen. Die zentrale Administration durch die BCE stellt zudem sicher, dass es keine Kompatibilitätsprobleme gibt zwischen verschiedenen Anbietern und Systemen.

Voraussetzungen zur Nutzung

Um das elektonische Geld zu nutzen braucht man lediglich eine ecuadorianische Mobilfunknummer und einen ecuadorianischen Ausweis (Cedula). Das „Dinero Electrónico“ kann daher auch von Ausländern genutzt werden, die dauerhaft in Ecuador leben. Die Nutzung funktioniert mit jeder Mobilfunknummer, unabhängig vom Anbieter (Movistar, Claro, CNT) und dem Handymodell. Da kein Internet für die Nutzung gebraucht wird, ist auch kein modernes Smartphone notwendig.

Mit jedem Handy kann man in wenigen Schritte durch die Kurzwahl *153# sein virtuelles Konto aktivieren:

  1. Kurzwahl *153# wählen.
  2. Mit 1 bestätigen, dass ein virtuelles Konto eröffnet werden soll.
  3. Mit 1 die Bedingungen (einzusehen unter bce.ec) akzeptieren.
  4. Ausweisnummer eingeben.
  5. Sicherheitsfragen zur Identifikation beantworten.

Sicherheit – so sicher ist das elektronische Geld

Viele Ecuadorianer fühlen sich ohne Bargeld auf der Straße sicherer, doch was passiert mit dem virtuellen Geld, wenn das Handy verloren oder gestohlen wird? Vor jeder Transaktion muss, ähnlich einer EC- oder Kreditkarte, ein vierstelliger PIN eingegeben werden. Dieser wird bei der ersten Nutzung automatisch generiert und muss dann persönlich angepasst werden. Zudem gibt es Höchstbeträge die maximal täglich transferiert werden können. Und bei jeder Zahlung kann auch nachträglich nachvollzogen werden, woher das Geld kommt und wohin das Geld geht.

Die Ausweisnummer (número de cédula) wird als einzigartige Identifikationsnummer des virtuellen Kontos genutzt, die Handynummer kann jedoch im Falle eines Verlustes geändert werden vom Kontoinhaber. Dazu muss sich dieser lediglich ausweisen können. Ebenso muss beim Abheben des Geldes von dem virtuellen Konto vom Kontoinhaber der Ausweis vorgelegt werden, es kann also nicht einfach von einer anderen Person entwendet werden.

Nutzung des elektronischen Geldes

Im Normalfall wird das „Dinero Electrónico“ mit dem Handy genutzt, es soll in Zukunft aber auch weitere Möglichkeiten wie aufladbare Karten, NFC Chips etc. geben. Nach Aktivierung des Kontos muss der Nutzer „echtes Geld“ in Form von US-Dollar auf sein virtuelles Konto einzahlen. Dies kann derzeit bei ausgewählten Banken, Mobilfunkanbietern, Supermärkten oder Apotheken erfolgen. Mit dem aufgeladenen Geld kann man dann beispielweise Rechnungen (Strom, Wasser etc. soll in Kürze funktionieren) bezahlen oder Geld an andere Privatpersonen schicken. Eine Transaktion von einem Nutzer zum Anderen erfolgt ebenfalls über obengenannte Kurzwahlnummer in wenigen Schritten:

  1. Eingabe der Kurzwahl *153#
  2. Option PAGOS auswählen
  3. Mobilfunknummer des Empfänger eingeben
  4. Betrag eingeben und senden (ENVIAR)
  5. Persönlichen PIN eingeben

Wenn man hingegen in einem Geschäft, wie beispielweise einem Supermarkt, seine Rechnung mit elektronischem Geld zahlen möchte, dann gibt man dazu die Mobilfunknummer an den Kassierer. Nachdem dieser den Betrag im System eingegeben hat, erhält man eine Nachricht mit der Aufforderung die persönliche PIN einzugeben. Dadurch bestätigt man den Kauf und transferiert die Summe an das Geschäft. Teilnehmende Banken und Geschäfte sind einzusehen unter www.dineroelectronico.ec/index.php/donde-usarlo

Weitere Informationen zum Thema in spanischer Sprache unter www.dineroelectronico.ec

 

2 Replies to “Dinero Electrónico – elektronisches Geld”

  1. Ich finde das System gut, leider ist es noch zu wenig verbreitet. Würde gerne Strom- und Wasserrechnung darüber zahlen, dass scheint aber noch immer nicht zu funktionieren.

  2. Bei der Zentralbank hieß es bereits im letzten Jahr, dass man an Möglichkeiten zum Bezahlen von Strom- und Wasserrechnugen in Quito arbeitet, allerdings gibt es noch immer kein Datum wann es soweit sein soll.

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