Das „alte Jahr“ wird verbrannt

„Año viejo“ bezeichnet in Ecuador nicht nur den letzten Tag des Jahres, also Silvester, sondern auch die Puppen, welche das „alte Jahr“ das zu Ende geht symbolisieren. Diese „Monigotes“ (Hampelmänner) werden traditionell hergestellt aus alter Kleidung, gefüllt mit Papier oder Sägemehl. Am Ende wird der Puppe dann eine Maske aus Pappmaché aufgesetzt, meist von Persönlichkeiten des öffentlichen Leben, wie beispielsweise Politiker, Sportler, Künstler oder Superhelden. Die beliebtesten Masken 2014 waren durch den Tod des mexikanischen Schauspielers Roberto Gómez Bolaños, dessen wichtigste Rollen: El Chavo del Ocho, El Chapulín Colorado und Chespirito. Die „Años viejos“ werden am Abend des 31. Dezember an den Haustüren ausgestellt, zusammen mit einem satirischen Testament über Dinge, die das alte Jahr hinterlässt. In Quito, wie auch in vielen Gegenden des Landes, verkleiden sich Männer als Witwen, um auf der Straße für ihren bald „sterbenden Alten“ eine Spende zu erbitten. Mancherorts werden die „Años viejos“ von ihren Besitzern nochmal gehörig verprügelt, bevor dann um Mitternacht das „alte Jahr“ und damit alles Schlechte in Form der Puppen verbrannt wird. Diese Tradition gibt es zwar von Mexiko bis Uruguay in einigen Ländern Südamerikas, doch am populärsten ist der Brauch in Ecuador.

Der schönste „Año viejo“ von Quito

Während viele versuchen die schönste Puppe der Nachbarschaft auszustellen, gibt es seit über 30 Jahren einen Wettbewerb um den schönsten „Año viejo“ von Quito, wobei hier oft überlebengroße Figuren aus Holz und Karton gebaut werden. Nachdem der Wettbewerb im Jahr 2013 ein Gastspiel im Süden der Stadt hatte, kehrte die Tradition 2014 wieder zurück ins Zentrum von Quito. Allerdings gibt es erstmal eine Ausstellung anstatt eines Wettbewerbs. Die Avenida Amazonas (zwischen Av. Patria und Av. Colón) wird dafür von 12 bis 18 Uhr gesperrt, wo dann die bis zu 6m großen Figuren ausgestellt werden. Zu den insgesamt 9 ausstellenden Gruppen gehörten beispielweise die Feuerwehr von Quito (siehe Bild oben) und das Bürgermeisteramt von Quito, welches die Veranstaltung organisierte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.